Sprachkurs Italienisch in Turin, Piemont vom 01.03. – 07.03.2026


Sonntag 01.03.2026 individuelle Anreise

Montag 02.03.2026

000 Flagge Italien 180Insgesamt 9 Teilnehmer hatten sich für den von der UNJPT organisierten Sprachkurs angemeldet: 5 Deutsche über Eurojumelages und 4 Franzosen über UNJPT. In unserer Schule „Ciao Italia Scuola Leonardo da Vinci – Torino“ erfolgte die Einteilung der Jumeleure und aller neuen Schüler aus der ganzen Welt in Kurse entsprechend der Niveaus A1, A2, B1, B2, C1, C2.

In meinem Kurs für Fortgeschrittene bekamen alle ein Schulheft mit Texten und Grammatikübungen. Der lebendige Unterricht fand jeden Vormittag statt (insgesamt 20 Unterrichtsstunden à 45 Minuten). Durch den Einsatz von Hörübungen sowie Kurzfilmen war die Gestaltung kurzweilig. Wir haben viel gelernt, auch über die Gestik der Italiener, die in Neapel ihren Ursprung fand.

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Erster kultureller Ausflug am Nachmittag war ein Stadtrundgang, geführt von einer gebürtigen Turinerin, die uns ihre Stadt mit viel Freude gezeigt hat. Die piemontesische Stadt Turin am Po mit knapp 900.000 Einwohnern wurde von den Römern angelegt und von den Savoyern zu einer glanzvollen barocken Residenzstadt ausgebaut. An dem Platz San Carlo, an dem unsere Schule liegt, gibt es auch die Kirchen Santa Cristina und San Carlo Borromeo, die direkt nebeneinanderstehen und nur durch die Straße Via Roma getrennt sind. In der Mitte des Platzes thront das Reiterstandbild von Emanuele Filiberto I. Er machte Turin zur Hauptstadt der Savoyer und somit zum kulturellen und politischen Zentrum.

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Die Schönheit des Platzes beruht auf der harmonischen Symmetrie der Barockfassaden, unter denen sich breite Arkadengänge (insgesamt 18 km in Turin) durchziehen. Eines der vielen Kaffeehäuser, zum Beispiel das „Caffè San Carlo“ befindet sich ebenfalls an dem Platz. Dort wird u.a. das typisch piemontesische Kaffeegetränk „Bicerin“ angeboten. ein Schichtgetränk aus flüssiger Schokolade, Kaffee und Milchschaum (aufgeschäumte Milch). 

In der angrenzenden, eleganten „Galleria San Federico“ sahen wir verschiedene Geschäfte und das historische Kino „Lux“. Am Ägyptischen Museum vorbei erreichten wir die Biblioteca Reale, die ca. 200.000 wertvolle Bücher beherbergt und das empfindliche Selbstporträt von Leonardo da Vinci (Zeichnung auf Papier), das für die Öffentlichkeit nicht zugänglich ist.

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Dienstag 03.03.2026
Am Nachmittag stand die Besichtigung des „Palazzo Reale“ auf dem Programm, der einst für Cristina, einer französischen Prinzessin, die durch Heirat Herzogin von Savoyen wurde, erbaut wurde.

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Vom Rundgang durch die verschiedenen Säle sind besonders hervorzuheben: Der Thronsaal, die historische Waffensammlung, der Spiegelsaal mit seinen mythologischen Deckengemälden (Apollon, Herkules, Iris), der Speisesaal, der Ballsaal mit 20 weißen Marmorsäulen.

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Mittwoch 04.03.2026

Heute ging es am Nachmittag ins Automobilmuseum „Museo Nazionale dell’Automobile“. Es ist eines der wichtigsten Automobilmuseen der Welt. Die Sammlung umfasst über 200 Originalfahrzeuge von 80 verschiedenen Marken von frühen Entwürfen (basierend auf Skizzen von Leonardo da Vinci) bis hin zu den Prototypen der Zukunft. Das Museum wurde 1932 von Carlo Biscaretti di Ruffia gegründet und liegt direkt am Po, nahe dem Fiat-Werk in Lingotto.

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Donnerstag 05.03.2026
Ein besonderes Erlebnis war die Merenda Sinoira in der Trattoria Cerere. Hier handelt es sich um eine kulinarische, piemontesische Tradition. Es ist eine üppige kalte Zwischenmahlzeit am späten Nachmittag, um ca. 17:00 Uhr, eine Art „Vesper“, die jedoch so reichhaltig ist, dass sie in der Regel ein Abendessen ersetzt. Die wörtliche Übersetzung ist abendliche Zwischenmahlzeit. Der ursprüngliche Zeitpunkt war zwischen 16:00 – 18:00 Uhr und war als Stärkung für Bauern auf dem Feld gedacht.
Es gibt piemontesische Spezialitäten wie z. B. Tomini (kleiner Frischkäse) mit Pesto, Blumenkohl zum tunken in Bagna Caoda (warme Sauce aus Sardellen, Knoblauch und Olivenöl), Vitello Tonnato, Agnolotti del Plin (kleine Teigtaschen, meist mit Fleisch gefüllt), Salami, Castelmagno (kräftiger Blauschimmelkäse), Weine – rot, z. B. Barolo, – weiß, z. B. Arneis. Grissini wurden in Turin erfunden.

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Freitag 06.03.2026
Zum Abschluss unseres letzten Nachmittags in Turin besuchten wir am Nachmittag zunächst die Mole Antonelliana, das 167,5 m hohe Wahrzeichen Turins mit wunderbarem Ausblick über Turin. Die Pläne entwarf der Architekt Alessandro Antonelli, nach dem der Bau benannt wurde. Ursprünglich als Synagoge geplant, ist heute darin das Nationale Filmmuseum untergebracht.

Auch der Parco del Valentino wurde besucht, ein hübscher kleiner Park entlang des linken Po-Ufers im Stadtteil San Salvario in der Nähe der historischen Altstadt von Turin. Das im Park befindliche Schloss diente im 17. Jahrhundert den Savoyern als Sommerresidenz. Die Gärten sind kunstvoll angelegt und laden zum Verweilen ein.

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Samstag 07.03.2026
Nach dem Frühstück trennten sich unsere Wege wieder und die Rückreise in die Heimatländer wurde angetreten.

Corinna Bertram
Sektion Bonn
Deutschland